Wolfgang Mattheuer

Kurzbiografie

1927
Wolfgang Mattheuer wird am 7. April in Reichenbach (Vogtland) geboren. Sein Vater war Buchbinder.

1933–41
Schulbesuch in Reichenbach.

1941–44
Lithografenlehre in der Firma Carl Werner in Reichenbach.

1944–45
Einberufung zu den Gebirgsjägern, Kriegseinsatz, Lazarettaufenthalt, Gefangenschaft und Flucht. Heimkehr nach Reichenbach.

1946–47
Besuch der Kunstgewerbeschule in Leipzig.

1947–51
Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig. Abschluss mit dem Diplom.

1953–74
Lehrtätigkeit an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig, von 1965–74 als Professor.

1993
Ordentliches Mitglied der Akademie der Künste Berlin-Brandenburg.

1999
Ankauf zweier Bilder für das Reichstagsgebäude in Berlin durch den Bundestag.

2004
Am 7. April stirbt Wolfgang Mattheuer in Leipzig.

Katastrophe
Serie 89
1989
Linolschnitt

Jahrhundertschritt
Schnitt

Ausstellungen

1954
Beteiligung an der Kunstausstellung des Bezirkes Leipzig, seitdem Teilnahme an allen wichtigen Ausstellungen in der DDR.

1958
Erste Einzelausstellung (Zeichnungen, Gouachen, Druckgrafik) in der Kunsthandlung Engewald Leipzig.

1963
Erste Museumsausstellung im Staatlichen Lindenau-Museum Altenburg (mit Ursula Mattheuer-Neustädt) unter dem damaligen Direktor Dieter Gleisberg.

1965
Die Staatliche Galerie Moritzburg Halle/Saale erwirbt unter ihrem Direktor Heinz Schönemann als erstes Museum ein Bild von Wolfgang Mattheuer („Kain“).

1966
Erstmalige Beteiligung an der Internationalen Grafik-Biennale in Kraków, Polen.

1971
Erste umfassende Personalausstellung im Staatlichen Museum Schwerin (Gemälde, Druckgrafik und Zeichnung). Erste Plastiken und Objekte entstehen.

1974
Einzelausstellung in der Galerie Neue Meister der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden gemeinsam mit der Jubiläumsausstellung zum 200. Geburtstag Caspar David Friedrichs.
Die Hamburger Kunsthalle erwirbt als erstes Museum außerhalb der DDR unter dem Direktor Prof. Werner Hofmann das Gemälde „Alter Genosse am Zaun“.

1976
Auf Bitten von Fritz Cremer beteiligt sich Wolfgang Mattheuer an der Galerie im Palast der Republik in Berlin mit dem Bild „Guten Tag“.
Reise nach Mexiko mit Ursula Mattheuer-Neustädt zu einer gemeinsamen Ausstellung in der Galerie „J. C. Orozco“ in Mexiko-City.           

1977
Anlässlich des 50. Geburtstages Ausstellung „Wolfgang Mattheuer. Das druckgrafische Werk 1954–1977“ im Staatlichen Lindenau Museum Altenburg, dazu erscheint ein Bestandsverzeichnis der Druckgrafiken.
Erste Einzelausstellung außerhalb der DDR im Hamburger Kunstverein.
Erste bedeutende Erwerbungen durch den Sammler Peter Ludwig, Aachen. Beginn der Zusammenarbeit mit dem Galeristen Dieter Brusberg, Berlin (West).

Beteiligung an der „documenta 6“ in Kassel.

1978
Große Retrospektive im Museum der bildenden Künste Leipzig anlässlich des 50. Geburtstages.

1980
Einzelausstellung in den Kunsthallen Lund und Södertelje (Schweden).

1981
Beteiligung an Ausstellungen in Tokio und Paris.

1982–84
Beteiligung mit einer umfangreichen Werkauswahl an der Ausstellung „Zeitvergleich“ in mehreren Städten der Bundesrepublik Deutschland.

1984
Teilnahme an der 41. Biennale in Venedig und der Ausstellung „Alltag und Epoche – Werke bildender Kunst der DDR aus 35 Jahren“, Berlin (Ost) und „Durchblick“ der Sammlung Ludwig in Oberhausen und Berlin (West).

1986
Erste Präsentation der bemalten Gipsfassung des Jahrhundertschritts auf der 11. Bezirkskunstausstellung in Leipzig.

1987
Ausstellung anlässlich des 60. Geburtstages im Museum der bildenden Künste Leipzig: „Das druckgrafische Werk 1948–86. Sammlung Hartmut Koch“.
Die Staatliche Galerie Moritzburg Halle und die Akademie der Künste der DDR zeigen in Halle/Saale die Ausstellung „Wolfgang Mattheuer – Zeichnungen“. Im Anschluss daran Übernahme der Ausstellung durch das Sprengel Museum Hannover.

1988
Reise in die USA zur Eröffnung der Ausstellung in der Galerie Prakapas in New York.
Teilnahme an der Ausstellung „Zeitvergleich“ in Berlin (West).

1997
Ausstellung anlässlich des 70. Geburtstages in den Kunstsammlungen Chemnitz: „Grafikretrospektive 1948–97. Sammlung Hartmut Koch Chemnitz“.

1999
Ankauf zweier Bilder für das Reichstagsgebäude in Berlin durch den Bundestag.

2002
Das druckgrafische Werk – Sammlung Sammlung Hartmut Koch geht als Schenkung in das Eigentum der Kunstsammlungen Chemnitz über.
Ausstellung anlässlich des 75. Geburtstages in den Kunstsammlungen Chemnitz: „Retrospektive. Gemälde, Zeichnung, Plastik“.

Daphne
1977
Gips bemalt

Hans im Glück
1999
Bronze

Preise

1958
Preis des Ministeriums für Kultur für Jugendbuchillustrationen.

1961, 1965, 1973
Auszeichnung „Schönste Bücher der DDR“.

1965
Verleihung von zwei Silbermedaillen der Internationalen Buchkunstausstellung in Leipzig (IBA) für die Lithographien zu „Mutter Courage“ von Brecht und für die Beteiligung am Shakespeare-Wettbewerb.

1972
Verleihung des Kunstpreises der Stadt Leipzig.

Rote Faust
Poster

Internationale Gartenbau Ausstellung
1961
Plakat

Biografie

1927
Wolfgang Mattheuer wird am 7. April in Reichenbach (Vogtland) geboren. Sein Vater war Buchbinder.

1933–41
Schulbesuch in Reichenbach.

1941–44
Lithografenlehre in der Firma Carl Werner in Reichenbach. Teilnahme an betrieblichen Zeichenkursen. Erste druckgrafische Arbeiten entstehen.

1944–45
Mit 17 Jahren Einberufung zu den Gebirgsjägern, Kriegseinsatz, Lazarettaufenthalt, Gefangenschaft und Flucht. Heimkehr nach Reichenbach. Einsatz bei der Demontage der Firma Carl Werner.

1946–47
Besuch der Kunstgewerbeschule in Leipzig. Begegnung mit Ursula Neustädt.

1947–51
Studium an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig bei den Professoren Egon Pruggmayer, Walter Arnold und Elisabeth Voigt. Abschluss mit dem Diplom.

1951/52
Ein knappes Jahr Grafiker bei der „Illustrierten Rundschau“ in Berlin. Mitglied des Verbandes Bildender Künstler Deutschlands (später des VBK der DDR). Rückkehr nach Leipzig. Heirat mit Ursula Neustädt. Freischaffend als Grafiker und Maler tätig.

1953–74
Lehrtätigkeit an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig, von 1965–74 als Professor. Die Lehre an der Hochschule wird von Mattheuer, neben Heisig und Tübke, wesentlich geprägt. Sie gelten als Hauptvertreter der sogenannten „Leipziger Schule“.

1958
Mitglied der SED. Die Abrechnung Chruschtschows mit dem Stalinismus auf dem XX. Parteitag der KPdSU veranlasste ihn, in die SED einzutreten.

1963
Bekanntschaft mit Inge Gohrisch (Brüx).

1966
Mehrwöchige Studienreise in die Sowjetunion.
Geburt des Sohnes Richard Gohrisch (Brüx).

1969
Entwurf der Bühnenbilder zu Friedo Solters Inszenierung „Der Nachbar des Herrn Pansa“ von Günter Rücker am Deutschen Theater, Berlin.

1974
Niederlegung des Lehramtes an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig, seitdem freischaffend in Leipzig und Reichenbach tätig.
Die Hamburger Kunsthalle erwirbt als erstes Museum außerhalb der DDR unter dem Direktor Prof. Werner Hofmann das Gemälde „Alter Genosse am Zaun“.

1975
Es erscheint die Monografie „Wolfgang Mattheuer“ von Lothar Lang.          

1978
Ordentliches Mitglied der Akademie der Künste.
Erste persönliche Begegnung mit dem Sammler Hartmut Koch.

1980
Beginn der Arbeit an der überlebensgroßen Plastik „Gesicht zeigen“ („Großer Maskenmann“).

1986
Erste Präsentation der bemalten Gipsfassung des Jahrhundertschritts auf der 11. Bezirkskunstausstellung in Leipzig.

1987
Das Werkverzeichnis der Druckgrafiken erscheint.
Peter Mathar, Düren, beginnt mit dem Aufbau der heute umfangreichsten Privatsammlung von Zeichnungen Mattheuers.

1988
Es erscheint die umfassende Monografie von Heinz Schönemann: „Wolfgang Mattheuer“.
Austritt aus der SED.

1989
Aktive Beteiligung an den Montagsdemonstrationen in Leipzig.

1993
Ordentliches Mitglied der Akademie der Künste Berlin-Brandenburg.
Beendigung der Zusammenarbeit mit der Galerie Brusberg. Seitdem vertreten durch die Galerie Schwind Frankfurt/Main, später auch Leipzig und Berlin.

1994
Austritt aus der Akademie der Künste Berlin-Brandenburg aus Protest gegen Intoleranz.
Fritz P. Mayer, Frankfurt/Main, legt mit dem Ankauf eines Gemäldes den Grundstein für eine weitere umfangreiche Privatsammlung.

1995
Das Städtische Kunstmuseum Spendhaus in Reutlingen erwirbt eine Sammlung von Holzstöcken von Wolfgang Mattheuer.

1997
Unter dem Titel: „Bilder als Botschaft – Die Botschaft der Bilder. Am Beispiel Wolfgang Mattheuers“ erscheinen zwei Essays von Ursula Mattheuer-Neustädt.

1999
Ankauf zweier Bilder für das Reichstagsgebäude in Berlin durch den Bundestag.

2002
Das druckgrafische Werk – Sammlung Sammlung Hartmut Koch geht als Schenkung in das Eigentum der Kunstsammlungen Chemnitz über.

2003
Wahl zum Mitglied der „Freien Akademie der Künste Hamburg“.

2004
Am 7. April stirbt Wolfgang Mattheuer in Leipzig.

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